Melanie & Ceyda: gemeinsam gewachsen

2013

Ceyda und Melanie gehören zu den „ältesten“ unserer Tandems. In den gut 4 Jahren, die sie sich nun schon treffen, hat es einige große Veränderungen gegeben – bei beiden. Ceyda, damals zarte 12 Jahre alt ist inzwischen ein echter Teenager. Und wo Melanie zu Beginn der Patenschaft gerade ihr Masterstudium angefangen hatte arbeitet sie inzwischen bereits seit 2 Jahren in Vollzeit und ist zudem aus dem Herzen Neuköllns ins Berliner Umland gezogen. Mit diesen Entwicklungen hat sich natürlich auch ihre Patenschaft gewandelt.

Als Ceyda noch jünger war, hat es wöchentlich spannende und aufregende Unternehmungen und Ausflüge gegeben. Als es dann um den Wechsel von der Grundschule aufs Gymnasium ging, haben die beiden zunehmend viele Stunden lernend in der Bibliothek verbracht. Die Unterstützung für wichtige Schulaufgaben versucht Melanie immer noch zu geben, aber heute freuen sich die beiden vor allem sehr darauf – besonders nach einer längeren Zeit ohne Treffen – einfach zusammen ins Café zu gehen, zu quatschen oder auf dem Flohmarkt zu bummeln.

2013

Ceydas Freundinnen halten Melanie oft für ihre Nachhilfelehrerin und staunen nicht schlecht wenn diese inzwischen erklärt: „Wir sind einfach befreundet“. Wenn es um Probleme, zum Beispiel in der Schule oder mit Freunden geht, wendet sich Ceyda auch an Melanie als Vertrauensperson. Diese möchte, indem sie von eigenen Erfahrungen aus der Schule, dem Studium oder der Arbeit erzählt, Ceyda vor allem vermitteln dass sie selbst den Verlauf der Dinge mit beeinflussen und durch ihre eigene Entscheidungen ihren Weg gestalten kann. Melanie ist es wichtig zu vermitteln, dass es verschiedene Herangehensweise an Konflikte gibt und immer auch mehrere Perspektiven.

 

2014

Viele Highlights, tolle Erfahrungen und Aufregende Ausflüge wie der ins Jumphouse oder Tretbootfahrten mit anderen Tandems haben die beiden Woche für Woche enger zusammengeschweißt. Aber es gab auch mal „Misserfolge“, wie der Ausflug in den Tierpark: Für Ceyda bedeuten die Treffen mit ihrer Patin in der Regel auch Ruhe vor ihren zwei kleinen Brüdern und Ablenkung. Entsprechend schlecht war ihre Laune, als der kleine Bruder mitkommen sollte. Das viele Zufußlaufen und das Tragen der Rucksäcke hat die Stimmung zunehmend gedrückt – da hat auch kein Bollerwagen für die Taschen mehr geholfen. Letztendlich ist auch das Interesse an den Tieren flöten gegangen, sodass nach 30 Minuten im Zoo der Heimweg angetreten wurde. Aber heute können die Beiden darüber herzlich Lachen.

Ceyda und Melanie, beide in Berlin aufgewachsen – und trotzdem gefühlt in anderen Welten. Das wird durch unterschiedliche Denkweisen, Einstellungen und Erfahrungen häufig deutlich. Melanie empfindet das aber vor allem als wertvoll und bereichernd, weil man dadurch über den eigenen Tellerrand blicken und auch die eigene Konzepte nochmal kritisch hinterfragen kann. Durch die Patenschaft hat sie außerdem einen ganz neuen Zugang zu dem Kotti Kiez entwickelt. Statt nur dabei, ist sie plötzlich mittendrin.

2015

Melanie legt wert darauf, die Patenschaft jedes Jahr aufs Neue zu reflektieren und gemeinsam mit Ceyda zu schauen, in welche Richtung es weitergehen soll.

Was jedoch beiden bedingungslos klar ist: Die andere Person ist sofort da, wenn man sie braucht, und aus dem Leben der jeweils anderen nicht mehr wegzudenken. So bekommt Melanie zum Beispiel immer ein Souvenir aus den Sommerferien in der Türkei mitgebracht und zum Geburtstag hält sie immer eine Überraschung für Ceyda bereit. Die beiden sind Freundinnen geworden.

Melanie freut sich sehr auf das, was sie gemeinsam noch vor sich haben. Vor allem bei perspektivisch wichtigen Themen wie „Berufsorientierung“ und andere wichtigen Meilensteinen will sie Ceyda unterstützen und begleitend zur Seite stehen. In den vergangenen Jahren ist Ceyda selbstbewusster geworden, hat neue Freundschaften geschlossen, die Schule gewechselt und viele weitere wertvolle Erfahrungen gemacht. Die positive Entwicklung ihres Patenkindes zu beobachten und das Gefühl, mindestens einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben, ist für Melanie unbezahlbar. Mit abgeschlossenem Studium, fester Beziehung mit gemeinsamer Wohnung und Vollzeit Anstellung ist auch Melanie im Verlauf der Patenschaften „wirklich Erwachsenen“ geworden.
Besorgt hat Ceyda sie mal gefragt: „Treffen wir uns noch, wenn ihr mal Kinder habt?“, was Melanie ihr absolut zugesichert hat.